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Finanzen

Girokonto: Kostenlose Alternativen

Christopher Cederskog am 29.09.08

Vor einigen Jahren haben die Direktbanken mit dem Internet einen neuen Vertriebskanal entdeckt, der sich als äußerst erfolgreich herausgestellt hat. Haben die Kunden vorher ganz normal ein Girokonto bei ihrer Hausbank eröffnet, so kommt es heute immer häufiger vor, dass die Konten online abgeschlossen und auch geführt werden. Für die potenziellen Bankkunden bringt das natürlich neue Möglichkeiten, die Sie nutzen können, zumal im Internet häufiger kostenlose Girokonten angeboten werden als bei den Filialbanken. Das heißt, dass für die Kontoführung in der Regel keinerlei Gebühren anfallen und man auch wichtige Transaktionen vollkommen kostenfrei durchführen kann. Trotzdem sollte man sich über die kostenlosen Girokonten genau informieren, um für sich selbst herauszufinden, ob diese Produkte mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen vereinbar sind. Wer nämlich auf die Beratung bei seiner Hausbank nicht verzichten möchte, kann durchaus auch Filialbanken finden, die kostenlose Girokonten anbieten.

Oftmals verlockende Konditionen beim Online Girokonto

Neben der Gebührenfreiheit gibt es noch viele weitere Vorteile, von denen man als Nutzer eines kostenlosen Girokontos profitieren kann. Oftmals liegen die Dispo-Zinsen auf einem solchen Konto wesentlich niedriger, als bei den Filialbanken, sodass sich eine entsprechende Kontoeröffnung im Internet auch für die Kunden lohnt, die ihren Dispositionskredit oft sehr intensiv in Anspruch nehmen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass ein kostenloses Girokonto oftmals mit bestimmten Zusatzleistungen ausgestattet wird, die man in der Form bei Filialbanken vermisst. Dabei geht es unter anderem um eine kostenlose Kreditkarte, die man zum bargeldlosen Bezahlen und vor allem für eine weltweite Versorgung mit Bargeld nutzen kann, da es überall in der Welt Geldautomaten gibt, die man mit den Kreditkarten der großen Herausgeber nutzen kann. Da Partnerkarten in der Regel inklusive sind oder sich für eine kleine jährliche Gebühr bestellen lassen, hat man auf diesem Weg einen Finanzdienstleister gefunden, der einem fast alle benötigten Dinge aus einer Hand liefern kann.

Eine weitere Kombination, die einige Direktbanken anbieten, besteht in kostenlosen Girokonten, die mit einem Tagesgeldkonto ausgestattet werden. Auf diese Weise kann der Kunde nämlich den Teil seines Einkommens, der nicht sofort für die Kosten am Monatsanfang abgebucht wird, solange zinsbringend auf dem Tagesgeldkonto deponieren, bis er das Geld benötigt. Andere kostenlose Girokonten werden dagegen direkt mit einer Guthabenverzinsung ausgestattet, die dafür vom Zinssatz her oftmals nicht das Niveau der Tagesgeld-Variante erreicht.

An die Gebührenfreiheit sind Bedingungen geknüpft

Bei den kostenlosen Girokonten gilt jedoch immer auch zu beachten, dass in vielen Fällen bestimmte Bedingungen an die Gebührenfreiheit gekoppelt sind, so dass man unter Umständen letztendlich doch für die Nutzung des Kontos bezahlen muss, wenn man diese Bedingungen nicht erfüllen kann. Üblicherweise wird ein bestimmter Mindestgeldeingang pro Monat gefordert, der oft zwischen 1.000 und 1.500 Euro liegt. Wer also eine solche Summe regelmäßig als Einkommen verbuchen kann, braucht sich über sein kostenloses Girokonto keinerlei Gedanken zu machen. Liegt man jedoch merklich darunter, ist es äußerst sinnvoll, durch entsprechende Anbietervergleiche solche Angebote herauszusuchen, die ein kostenloses Girokonto zur Verfügung stellen, an das keinerlei Bedingungen geknüpft sind. Hierfür kann ein Girokonto Vergleich sehr hilfreich sein, da er die wichtigsten Konditionen der einzelnen Girokonten auflistet und dem potenziellen Kunden somit eine gute Übersicht bietet.

Andere kostenlose Girokonten sind dagegen nur für eine bestimmte Kundengruppe konzipiert. Als prominentester Vertreter dieser Gruppe gilt sicherlich das Girokonto für Studenten, welches speziell auf die Bedürfnisse von Studierenden zugeschnitten wurde und natürlich ebenfalls kostenlos erhältlich ist. Angebote in diesem Bereich legen vor allem Wert darauf, den Studenten finanzielle Spielräume zu gewähren und darüber hinaus passende Sonderleistungen zu bieten.

In puncto Flexibilität winken vor allem bei Onlinekonten Vor- wie Nachteile

Ein kostenloses Girokonto aus dem Internet bietet auf den ersten Blick in punkto Flexibilität wirklich viele Vorteile, weil man auch außerhalb der Geschäftszeiten Überweisungen durchführen oder Abbuchungen zulassen kann, ohne dafür das Haus verlassen zu müssen. Mit dem Online Banking wird also der Traum der ständig präsenten Bank wahr, da man frei agieren kann. Trotzdem muss man bei solchen kostenlosen Girokonten oftmals mit dem Nachteil leben, dass die Versorgung mit Geldautomaten eher spärlich ist. Auch wenn sich die entsprechenden Direktbanken größeren Verbänden wie beispielweise der Cash-Group angeschlossen haben, kann es manchmal äußerst mühselig sein, einen Geldautomaten zu finden, an dem man mit seiner EC-Karte kostengünstig Bargeld erhält. Hier bieten die Filialbanken, die ebenfalls kostenlose Girokonten zur Verfügung stellen erhebliche Vorteile, weil die Abdeckung oftmals um ein Vielfaches höher ist.

Sicherheit des Online Bankings wird stetig verbessert

Auch wenn das Online Banking einen großen Sprung in Richtung absoluter Flexibilität bedeutet, bestehen dabei natürlich auch Gefahren, dass Fremde auf das eigene kostenlose Girokonto zugreifen und unter Umständen Missbrauch betreiben. Auch Phishing und Pharming sind Risiken, die man im Internet nicht unterschätzen sollte.

Aus diesem Grund bieten die Direktbanken im Bereich Online Banking zwei bekannte Verfahren an, mittels derer man sein kostenloses Girokonto verwalten kann. Zum einen gibt es das PIN/TAN-Verfahren, bei dem man eine bestimmte PIN-Nummer benötigt, um sich in die Verwaltung seines Kontos einzuloggen. Will man darüber hinaus eine bestimmte Transaktion durchführen, benötigt man dafür die TAN (Transaktionsnummer), die nur einmal verwendet wird und danach verfällt. Die Liste der verschiedenen TANs erhält man in der Regel in Papierform und sie muss ebenfalls mittels TAN angefordert werden. Eine Weiterentwicklung in diesem Bereich sind die sogenannten iTANs, bei denen nicht mehr eine beliebige TAN aus der Liste genutzt werden kann, sondern eine festgelegte Reihenfolge eingehalten werden muss, wenn man Transaktionen durch kostenlose Girokonten der Direktbanken durchführen möchte.

Das andere recht bekannte und erprobte Sicherheitssystem nennt sich HBCI, eine Abkürzung für Homebanking-Computer-Interface, bei dem die Übertragungssicherheit vereinheitlicht wird. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, elektronische Signaturen wie zum Beispiel Chipkarten einzusetzen, aber es wird mitunter auch das PIN/Tan-Verfahren genutzt, um dem Nutzer den Log-in zu ermöglichen.

Als allgemeine Sicherungsmaßnahme beim Online Banking gilt zudem der Wechsel in eine sogenannte Secure Sockets Layer-Internetverbindung (SSL), die verschlüsselt ist und einen sicheren Datenverkehr gewährleisten soll. Als Nutzer erkennt man den Wechsel daran, dass man plötzlich als Präfix https:// in der Adresszeile seines Browsers stehen hat, wobei oftmals auch noch durch ein kleines selbst-öffnendes Fenster darauf hingewiesen wird, dass man nun eine verschlüsselte Internetverbindung nutzt.

Unterschiede zwischen Online- und Filialbankkunden

Bei all den Vor- und Nachteilen, die kostenlose Girokonten aus dem Internet bieten, bleibt es natürlich nicht aus, dass es einige Unterschiede gibt, die man zwischen einem Onlinekunden und dem Kunden einer Filialbank ausmachen kann. Als Kunde einer Hausbank hat man stets die Möglichkeit, zur zuständigen Filiale zu gehen und eine persönliche Beratung zu gewissen Themen in Anspruch zu nehmen. Dies bleibt dem Kunden einer Direktbank meistens verwehrt, denn er kann nur auf die telefonische Hotline zurückgreifen, die zwar oftmals fachkundig ist, sich jedoch trotzdem nicht so intensiv um jeden einzelnen Kunden kümmern kann, wie es bei einer Filialbank möglich ist.

Inhaber von kostenlosen Girokonten aus dem Internet haben dagegen mehr Kontrolle über ihr Konto, da sie zu jeder Tages- und Nachtzeit Überweisungen in Auftrag geben können, die meistens auch noch schneller den Empfänger erreichen, als bei einer herkömmlichen Überweisung am Schalter. Wer also öfter kurzfristig Überweisungen durchführen muss, bekommt durch kostenlose Girokonten der Direktbanken diesbezüglich den besseren Service geboten. Mittlerweile haben aber auch die Filialbanken aufgeholt und bieten eigene Online-Banking-Services für ihre Girokonten an.

In der Gesamtbilanz überzeugen kostenlose Girokonten

Stellt man eine Gesamtbilanz auf, in die man alle Vorzüge, Risiken und natürlich auch die Nachteile mit einbezieht, kommt man auf jeden Fall zu einem positiven Ergebnis in Bezug auf kostenlose Girokonten. Mit einem kostenlosen Girokonto bekommt man neue Möglichkeiten an die Hand und kann von Konditionen profitieren, die viele Banken schon aufgrund ihrer meist aufgeblähteren Kostenstruktur gar nicht bieten können. Dazu kommt gerade bei einem Onlinekonto die wesentlich höhere Flexibilität, die durch die Möglichkeiten des Online Bankings geboten werden kann. Zählt man zudem noch die Zusatzleistungen wie kostenlose Kredit- und EC-Karten und in einigen Fällen sogar kostenlose Tagesgeldkonten dazu, kommt man eindeutig zu dem Schluss, dass kostenlose Girokonten auf jeden Fall eine sehr gute Alternative zu den Angeboten der kostenpflichtigen Konten darstellen, die man bei einer Kontoeröffnung immer mit auf der Rechnung haben sollte.

So sehr die Flexibilität eines Onlinekontos auch zu überzeugen weiß, muss man sich als Kunde einer Direktbank natürlich auch damit zufriedengeben, in Problemfällen nur die telefonische Hotline oder einen Email-Service kontaktieren zu können. Auch persönliche Beratungsgespräche, in denen man schwierigere Sachverhalte besprechen kann, werden von einer Direktbank in der Regel nicht angeboten. Zudem kann man immer noch nicht hundertprozentig garantieren, dass die Onlinekonten vor unerlaubten Fremdzugriffen geschützt sind. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bleibt also ein Restrisiko, welches zwar sehr klein, allerdings vorhanden ist.

Wer als potenzieller Neukunde also mit den leichten Service-Einschränkungen bei den Direktbanken leben kann und für wen darüber hinaus auch das Restrisiko kein Problem darstellt, der kann sich unbesorgt auf die Suche nach kostenlosen Girokonten aus dem Internet machen. Die besten Angebote in diesem Bereich findet man oftmals relativ leicht mit Hilfe eines Girokonto Vergleichs, der kostenlos online angeboten wird und schnell zu den interessantesten kostenlosen Girokonten führt. Will man allerdings einer Filialbank treu bleiben, bedarf es zwar etwas Suche, jedoch findet man auch hier kostenlose Girokonten, die verlockende Konditionen mitbringen.

2 Kommentare

  1. AntwortenManfred + Gertraud Reichhart schrieb am 14. January 2009 um 07:17 Uhr:

    Wir, ein Rentnerehepaar, haben bei der VR-Bank Regen ZW.Kirchberg unser Girokonto seit 16 Jahren. Seit dieser Zeit ärgern wir uns über die hohen Gebühren - z.B. vom 1.10.-31.12.08
    Arbeitsposten 30,69 € / Auslagen 16,20€ = 47,60€. Da fragen wir uns, welche Auslagen hat die VR mit uns ? Wir meinen das ist entschieden zu hoch. Für die Rente von Gertraud R. haben wir nun ein Girokonto bei der Ing.Bank mit 00,00 Kosten mtl. eröffnet. Alle Überweisungen sind frei usw. Wir sind damit sehr zufrieden. Mein Mann hat ab 2009 nur mehr sein Konto bei der VR-Bank für die Rentenüberweisung zwecks Bargeldabhebung.
    Vorschlag: Es könnte ruhig einen Rentnertarif geben sonst wird die VR-Bank mit deren Konkurenten nicht mehr mithalten können.
    Mit freundlichen Grüßen Gertraud Reichhart

  2. AntwortenHenning (Website) schrieb am 08. September 2009 um 17:00 Uhr:

    Mittlerweile bietet ja doch schon eine Vielzahl von Filialbanken kostenlose Girokonten an. Wie im Artikel erwähnt, sind jedoch nur selten Kreditkarten dabei und die Guthabenverzinsung hinkt auch oft dem Markt hinterher. Direktbanken schaffen hierbei Abhilfe, da eine Visa und MasterCard eher selbstverständlich ist. Ebenso sind Tagesgeldkonten mehr oder weniger die Erfindung von Direktbanken, wo Sparer sehr flexibel sparen können.

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