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Vorsorge

Altersvorsorge: Frühzeitig kümmern – später genießen

Christopher Cederskog am 24.11.08

Kaum ein Thema beschäftigt die Bundesbürger so sehr, wie die eigene Altersvorsorge. Schon längst hat man sich von der Vorstellung, dass die Renten sicher sind, verabschiedet. Die Lebenserwartung steigt, zugleich gibt es eine zu geringe Geburtenrate. Damit steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Stichwort: Demographie.

Längst ist auch denjenigen, die an den Leitspruch des ehemaligen Bundesarbeitsministers Norbert Blüm glaubten, wonach die Renten sicher seien, klar, dass die private Vorsorge unbedingt notwendig ist. Dabei ist es wichtig, einen möglichst großen Kapitalstock anzuhäufen, um damit über eine „persönliche Zusatzrente“ zu verfügen. Die volkswirtschaftliche Formel belegt, dass sich die Situation weiter zuspitzen wird. Weniger Erwerbstätige, die bei dieser Demographie in den nächsten Jahren zu erwarten sind, lassen die Löhne steigen. Damit werden die Produkte noch teurer. Dies sollten die Bundesbürger bei Ihrer privaten Altersvorsorge bedenken.

Um Aufklärung auf dem Gebiet der Altersvorsorge zu leisten, hat die Bundesregierung zusammen mit den Volkshochschulen und Verbraucherzentralen eine Kampagne mit dem Titel “Ausbildung macht Schule” gestartet.

Bedarfsanalyse

Um den eigenen Vorsorgeplan zu erstellen, muss zunächst eine genaue Bedarfsanalyse angefertigt werden. Dabei ist es unbedingt notwenig, dass die Realität und nicht Wunschdenken die Grundlage bildet: Zu den Fragen, die unbedingt beantwortet werden müssen, gehört, wieviel Geld im Monat für den erstrebten Lebensstil ausgegeben werden muss. Dann müssen evtl. Sonderbelastungen berücksichtigt und auch der Rentenbeginn festgelegt werden. Bei der Berechnung ist die Inflation zu beachten – auf Jahresbasis sollten dafür rund 2 % bis 3 % eingeplant werden. Um die Berechnung zu komplettieren, müssen die Rentenansprüche überprüft werden. Dabei sind jedoch die Steuern und Sozialabgaben zu beachten.

Time ist Money – Einzahlungen in Sparpläne

Als effizientes Altersvorsorgeprodukt haben sich in den letzten Jahren Sparpläne durchgesetzt. Die Möglichkeiten, einen eigenen Sparplan zu erstellen, sind vielfältig. So besteht die Chance, monatlich in einen Banksparplan, Fondssparplan oder Zertifikat-Sparplan zu investieren.

Wer zwanzig Jahre lang jeden Monat 100 Euro zu durchschnittlich sieben Prozent in seinen Sparplan investiert, erhält am Ende dieser Zeit – bei Bedarf – mehr als 50.000 Euro zurück. Eingezahlt wurden lediglich 24.000 Euro. Dies belegen Berechnungen des BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.

Fondssparplan

Eine Investition in einen Investmentfonds verspricht bei einem breit gestreuten Portfolio eine recht hohe Renditechance. Weltweit können Sie als regelmäßiger und langfristiger Sparer Renditen von mehr als 7 %  erzielen. Gerade wenn es um Ihre Altersvorsorge geht, sollten Sie die aussichtsreichste Anlage wählen. Aktienfonds, die in diesem Beitrag berücksichtigt wurden, sind langfristig die renditestärkste Form der Vermögensanlage und für die Vorsorge bestens geeignet.

Aktienfonds sind somit eine ideale Anlageform für die Altersvorsorge, weil…

  • sie weltweit und selektiv die Chancen auf eine gute Rendite nutzen.
  • sie durch ihre breite Streuung ein optimales Chancen-/Risikoprofil besitzen.
  • das Chancen-Risiko-Verhältnis bei einem Investment im Vorfeld zusätzlich abwägbar ist.
  • sie flexibel und somit im Bedarfsfall börsentäglich zu verkaufen sind.
  • sie eine für den Anleger jederzeit transparente Anlegeform sind.

Und noch etwas spricht derzeit für ein Investment in Aktien oder einem Fondssparplan: die Steuer. Denn bislang sind die Kursgewinne, nach einer Haltezeit von einem Jahr, steuerfrei. Dies wird sich aber zum 01.01.2009 ändern. Dann tritt die Abgeltungssteuer in Kraft. Diese Besteuerung von Kapitalerträgen und privaten Veräußerungsgewinnen erfolgt mit einem Basissatz in Höhe von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Insgesamt wird so eine Höhe von 28 % erreicht.

Besitzer oder künftige Besitzer von Fondssparplänen sollten allerdings schnell handeln. So werden die Anteile, die vor dem 01.01.2009 erworben werden und deren künftige Haltezeit mehr als ein Jahr beträgt, steuerfrei bleiben. Kommt es jedoch während der Laufzeit zu Ausschüttungen und werden diese nicht im Fondsvermögen verbleibend automatisch neu investiert, so fällt auf diese Gewinne in jedem Fall die Abgeltungssteuer an. Dies trifft natürlich auch für alle Fondsanteile, die nach dem 01.01.09 erworben werden, zu.

Lebensversicherung

Viele Versicherungskonzerne empfehlen Lebensversicherungen als eine weitere Stütze der Altersvorsorge. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein risikoarmes Produkt. Leider ist aber dabei zu beachten, dass die geringe Verzinsung nicht für dieses Produkt spricht – die derzeitige Verzinsung wird aktuell sogar von der Inflation „aufgefressen“.

Und noch etwas löst nicht gerade Euphorie aus: In der Vergangenheit gab es die Möglichkeit, Beiträge bis zu einer bestimmten Höhe von der Steuer abzusetzen und nach einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren die Versicherungssumme steuerfrei zu kassieren. Doch dieser Möglichkeit wurde mit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes ein Ende bereitet, ist doch nur noch ein Teil der Auszahlung steuerfrei.

Im Einzelnen sieht das so aus: Eine Lebensversicherung ist dann steuerfrei, wenn vor dem Jahr 2005 mindestens 5 Jahre Beiträge einbezahlt worden sind und die Laufzeit mindestens 12 Jahre durchgehalten worden ist.

Etwas komplizierter wird es dann, wenn die Versicherung erst nach dem Jahr 2005 abgeschlossen wurde. Im Prinzip sind dann alle Erträge voll steuerpflichtig. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Wenn die Lebensversicherung mindestens 12 Jahre läuft und nicht vor dem 60. Lebensjahr ausbezahlt wird, dann wird nur noch die Hälfte des Ertrags versteuert. Gleiches findet auch bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen Anwendung.

Bausparen – eine sichere Alternative?

Auch beim Bausparen sind die Risiken, Geld an den Kapitalmärkten zu verlieren, denkbar gering. Doch auch wenn es keinen Verlust gibt, sind die Chancen auf schnell wachsenden Reichtum im Alter eher gering. Denn mit einem Guthabenzins von durchschnittlich etwas mehr als 4 % sind – trotz möglicher staatlicher Bausparförderung – die Möglichkeit des Altersreichtums eher gering.

Allerdings bietet Bausparen einen idealen Grundstein für die Finanzierung der eigenen vier Wände. Hierfür ist Bausparen jedenfalls eher geeignet als zur Alterssicherung.

Und noch etwas spricht für Bausparen. Sechs Jahre nach Einführung der Riester-Rente wird Bausparen gleichberechtigt gefördert werden. Das kürzlich verabschiedete Gesetz sieht vor, dass es rückwirkend zum 1. Januar 2008 Altersvorsorgezulagen und Steuerabzüge auch für Tilgungsleistungen bei der Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum geben wird, das nach dem 31.12.2007 erworben wurde. Zertifizierte Angebote gibt es voraussichtlich seit dem 1.11.2008 geben.

Rürup-Rente

Die Rürup-Rente, die sich vornehmlich aus steuerlichen Gründen an Selbstständige richtet, ist eine staatlich subventionierte Altersvorsorge. Dabei ist sie kapitalgedeckt.

Nachteilig ist, dass der angesparte Betrag nicht in einer Summe ausgezahlt werden darf, sondern lebenslang verrentet wird.

Steuerlich können die Beiträge zu Rürup-Verträgen in der Ansparphase als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Die Auszahlungsphase – bei der Rentenauszahlung – ist bis 2040 nur begrenzt steuerpflichtig.

Die Rürup-Rente wird als konventionelle Rentenversicherung, als fondsgebundene Rentenversicherung und als Fondssparplan angeboten.

Wie unter anderem der Spiegel im April 2008 berichtete, sind jedoch große Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Anbietern hinsichtlich der garantierten monatlichen Rente zu verzeichnen.

Riester-Rente

Ähnlich – aber nicht für Selbstständige zugelassen – funktioniert die sog. Riester-Rente. Auch hier handelt es sich durch Sonderausgabenabzugsmöglichkeiten um eine staatlich geförderte, privat finanzierte Rente in Deutschland.

Wer Geld von seinen Nettobezügen in einen „Riester-Vorsorgevertrag“ investiert, erhält direkte Zulagen vom Staat und zusätzliche Steuervorteile.

Die Riester-Rente ist als Banksparplan, klassische private Rentenversicherung, fondsgebundene Rentenversicherung, Fondssparplan und Pensionsfonds möglich.

Bei der Auszahlung kommt die sog. nachgelagerte Besteuerung zum Tragen. Die Auszahlung ist voll steuerpflichtig. Mit anderen Worten: Während der Ansparphase gibt es einen ordentlichen Sonderausgabenabzug, später holt sich der Staat diese Ersparnis – zumindest zum Teil – wieder zurück.

Auf der Webseite des Bundesministerium für Arbeit und Soziales sind weitere Informationen über die stark gestiegene Zahl an Neuabschlüssen für die Riester-Rente zu finden. Die Deutsche Rentenversicherung Bund informiert über Vorraussetzungen und Kontaktmöglichkeiten zur staatlich-geförderten Zusatzversicherung.

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