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Finanzen

Der Ratenkredit - Wünsche mit Sicherheit finanzieren

Christopher Cederskog am 24.11.08

Wenn Sie einen Wunsch mit einem Ratenkredit finanzieren wollen, dann haben Sie die Qual der Wahl: Fast an jeder Ecke und überall im Internet bekommen Sie unzählige Kreditangebote – und alle versprechen Ihnen unkompliziertes, schnelles und günstiges Geld. Da es aber große Unterschiede gibt, die Sie möglicherweise teuer bezahlen müssen, sollten Sie sich den folgenden Artikel in Ruhe durchlesen: Hier finden Sie die Informationen, mit denen Sie einen Ratenkredit auswählen können, der - mit Sicherheit - genau zu Ihnen und Ihrem Geldbeutel passt.

Was ist überhaupt ein Ratenkredit?

Ein Ratenkredit ist ein Kredit, der in gleichen monatlichen Raten zurückgezahlt wird. In diesen Monatsraten sind das geliehene Geld, die Zinsen und die Verwaltungskosten enthalten. Am Ende der Laufzeit haben Sie den Kredit vollständig abbezahlt. Mit anderen Worten: Sie leihen sich Geld, bekommen die Summe aufs Konto überwiesen, können damit Ihren Kaufwunsch erfüllen – und müssen das Geld anschließend zuzüglich Zinsen und Verwaltungskosten in immer gleichen Monatsraten zurückzahlen.

Wie Sie einen Ratenkredit bekommen

Wenn Sie über ein festes Einkommen verfügen, ist es relativ einfach, einen Ratenkredit zu bekommen. Die Banken verlangen als Sicherheit oft nur, dass Sie eine so genannte Lohn- und Gehaltsabtretung unterschreiben. Damit räumen Sie dem Kreditgeber das Recht ein, sich direkt an Ihren Arbeitgeber zu wenden, wenn Sie den Kredit nicht zurückzahlen können. In diesem Fall überweist Ihr Arbeitgeber das Geld direkt an die Kreditbank. In Arbeitsverträgen ist allerdings oftmals eine Klausel enthalten, die eine derartige Lohn- und Gehaltsabtretung nur mit der Genehmigung des Arbeitgebers erlaubt. Wenn Sie eine Lohn- und Gehaltsabtretung ohne Arbeitgeber-Genehmigung unterschreiben, kann dies möglicherweise zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses führen. Problematisch kann es bei unregelmäßigen Zahlungseingängen werden. Viele Banken benutzen zur Risikoanalyse ein Scoring-System. In diesem System werden Angaben zu den persönlichen Daten und Ihren Konto-Transaktionen festgehalten. Aus diesen Daten wird ermittelt, wie risikobehaftet die Vergabe des Kredits ist. Fällt das Ergebnis negativ aus, behält sich die Bank vor, den Antrag auf den Ratenkredit abzulehnen. Um herauszufinden, welches Kreditangebot zu Ihnen passt, sollten Sie sich vor der Vertragsunterzeichnung ein paar Gedanken machen.

Was Sie sich überlegen sollten

Bevor Sie einen Ratenkredit aufnehmen, sollten Sie sich genau überlegen, wieviel Geld Sie brauchen, wie lange Sie den Kredit zurückzahlen wollen und wie hoch die monatliche Belastung sein darf. Ihre persönlichen Rahmenbedingungen werden also durch Ihren aktuellen Geldbedarf und Ihre dauerhaften finanziellen Rückzahlungsmöglichkeiten bestimmt. Der Kredit soll Sie beispielsweise nicht in eine finanzielle Notlage bringen, weil Sie die Monatsraten nicht bezahlen können oder Ihren Dispositionskredit in Anspruch nehmen müssen - denn die Zinsen für den Überziehungskredit auf Ihrem Girokonto sind in der Regel höher, als die Zinsen für einen Ratenkredit. In vielen Fällen ist deshalb die Überlegung wichtig, wie hoch die Monatsrate sein darf, ohne Ihren Lebensstil erheblich zu beeinflussen. Sie könnten sich bei der späteren Kreditauswahl auch für einen teureren Kredit mit längeren Laufzeiten und niedrigeren Monatsraten entscheiden, weil Sie sich die Monatsbelastung besser leisten können. Allerdings muss man beachten, dass der Zins an die Höhe und die Laufzeit des Kredits gekoppelt ist. Außerdem sollten Sie überlegen, ob Sie eine Restschuldversicherung abschließen möchten, die mehr Sicherheit - aber auch erheblich mehr Kosten mit sich bringt.

Die Restschuldversicherung

Mit einer Restschuldversicherung können Sie sich und Ihren Kreditgeber vor den Folgen einer Zahlungsstörung schützen. Sollten Sie wegen Tod, Krankheit oder Arbeitslosigkeit Ihre Raten nicht mehr zahlen können, wird die noch ausstehende Restschuld des Kredits von dem Versicherungsunternehmen gezahlt. Wenn der Kreditgeber von Ihnen verlangt, dass Sie eine Restschuldversicherung abschließen, müssen die dadurch entstehenden Kosten als zusätzliche Kreditkosten offengelegt werden. Dadurch wird ein Ratenkredit erheblich teurer – und die Monatsraten werden höher. Banken rechnen das Ausfallrisiko eines Kredits bereits in die Zinsen mit ein. Eine zusätzliche Restschuldversicherung garantiert der Bank den kompletten Zahlungseingang, d.h. das Ausfallrisiko ist minimiert und die Kosten dafür im Zinssatz zu viel.

Wie Sie verschiedene Kreditangebote vergleichen

Wenn Sie Ihre Vorüberlegungen abgeschlossen haben und Ihre persönlichen Rahmenbedingungen festgelegt haben, können Sie sich Angebote bei verschiedenen Banken einholen. Dabei sollten Sie jedes Angebot genau unter die Lupe nehmen: Viele Banken versuchen, Ihren Kredit möglichst günstig erscheinen zu lassen. Die tatsächlichen Kreditkosten werden dann oftmals sehr spät offenbart, z.B. wenn der Kreditnehmer schon ein bisschen unter Zeitdruck steht. Fangen Sie also früh mit dem Kreditvergleich an, und lassen Sie sich von der Bank nicht unter Druck setzen.

Wie die Banken Ihre Angebote aufhübschen

Besonders beliebt ist es immer noch, den sogenannten Nominalzins eines Kreditangebots in großen Zahlen als Blickfang herauszustellen. Der niedrige Nominalzins enthält sehr wenige Informationen über die tatsächlichen Kreditkosten. Der höhere Effektivzinssatz wird oftmals im Kleingedruckten versteckt. Er ist höher, weil er bereits weitere Kreditkosten enthält. Aber: Auch dieser Zinssatz enthält noch nicht alle Kosten. Fordert die Bank beispielsweise den Abschluss einer zusätzlichen Restschuldversicherung, macht das den Kredit - wie schon weiter oben gesagt - erheblich teurer. Von diesem Informationsüberfluss aus Zinssätzen, Eurobeträgen, Prozentsätzen oder Zeitangaben sollten Sie sich nicht verwirren lassen. Für Sie ist neben der Laufzeit, die Sie in Ihren Vorüberlegungen für sich festgelegt haben, nur die Höhe der Monatsrate in Euro interessant.

Vergleichen Sie die Monatsrate und die Kreditkosten

In dem gleichbleibenden Euro-Betrag der Monatsrate, sind wirklich alle Kosten des Kredits enthalten: Kreditbetrag, Zinsen, Bankkosten, eine mögliche Restschuldversicherung usw. Verschiedene Kreditangebote vergleichen Sie deshalb ganz einfach, in dem Sie die Monatsrate mit der Laufzeit in Monaten multiplizieren. Nehmen wir beispielsweise an, die Monatsrate beträgt 200 Euro und die Laufzeit in Monaten sind 60 Monate, dann ergeben sich Kreditkosten von 200 x 60 = 12.000 Euro. Haben Sie ein anderes Angebot über eine 300-Euro-Monatsrate, ergeben sich – bei gleicher Laufzeit – 300 x 60 = 18.000 Euro. Was also zuerst nur 100 Euro Unterschied pro Monat ausmachte, summiert sich auf einen stattlichen Unterschied von 6.000 Euro. Machen Sie diese Rechnung mit allen Angeboten, die Ihnen vorliegen und entscheiden Sie sich dann für das Angebot, das am Besten zu Ihrem Leben und Ihren finanziellen Möglichkeiten passt. Es kann also auch sein, dass Sie einen Kredit wählen, der insgesamt teurer ist - aber Sie dafür monatlich nicht so belastet wie ein günstigerer Kredit mit höheren Monatsraten.

Was Sie noch beachten sollten

Wenn Sie sich ein Angebot bei einer Bank einholen, sollten Sie eine Schufa-Abfrage vermeiden. Wenn die Bank dies nicht ausdrücklich verlangt, sollten Sie nicht unbedingt Ihre Zustimmung geben. Ohne Ihre Zustimmung darf die Bank keine Schufa-Anfrage machen. In der Angebotsphase wird eine solche Anfrage noch immer als “Anfrage Kreditkonditionen” ein Jahr lang gespeichert. Dieses Merkmal soll für die Schufa-Mitgliedsunternehmen nicht sichtbar sein, sodass Ihnen dadurch keine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit - und damit eine Kreditverteuerung - droht, wie es früher der Fall war. Warum die Schufa dieses Merkmal dann allerdings überhaupt noch speichert und was sie damit macht, bleibt unklar. Deshalb: Entscheiden Sie sich selbst, ob Sie einer Schufa-Auskunft bereits in der Angebotsphase zustimmen oder nicht. Zum Beispiel auch, in dem Sie sich nur Angebote von Banken einholen, die in dieser Phase keine Schufa-Abfrage machen. Wenn Sie sich für ein Angebot entschieden haben, sollten Sie einer Schufa-Abfrage zustimmen. Das vergrößert die Sicherheit Ihres Kreditgebers und kann den Kredit günstiger machen.

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