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Finanzen

Investmentfonds – Vermögen optimal investieren

Christopher Cederskog am 24.11.08

Investmentfonds sind bei den deutschen Privatanlegern populär. Aus über 8.000 unterschiedlichen Fonds haben Investoren die Wahl. Für einen Laien, der Geld in einen Investmentfonds anlegen möchte, ist eine fundierte Beratung vor dem Kauf von Fondsanteilen unerlässlich. Zu unübersichtlich ist das Angebot an Investmentfonds. Entsprechend der individuellen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont des Kunden, suchen Fachberater den passenden Investmentfonds aus. Die Erträge der Kapitalanlage “Investmentfonds” sind in vielen meisten Fällen solide.

Ein Hauptgrund für die Beliebtheit dieser Geldanlage ist, dass der private Investor über kein umfassendes Fachwissen verfügen muss, was hingegen bei Aktien der Fall ist. Dem Sicherheitsgedanken der Privatanleger kommt ein offener Investmentfonds sehr entgegen. Bei einem Konkurs der Investmentgesellschaft ist das eingezahlten Kapital der Anleger dem Zugriff der Gläubiger entzogen. Es darf nicht zur Insolvenzmasse gezählt werden. Im Konkursfall kümmert sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) um die Rückvergütung der Anlegergelder. Damit der Fall einer Insolvenz gar nicht erst nahe rückt, versuchen die Fondsmanager durch eine breite Streuung des Fondsvermögens das Anlagerisiko zu minimieren.

Unterschiedliche Kategorien von Investmentfonds

Investmentfonds lassen sich nach vielen Aspekten einteilen. Als Unterscheidungskriterium eignet sich der Investmenthorizont. Hierbei wird beachtet, ob die zeitliche Anlagestrategie des Fondsmanagements kurz-, mittel- oder langfristig ist.

Eine weitere Möglichkeit der Kategorisierung von Investmentfonds besteht darin, diese nach der Investmentklasse zu betrachten. Aktienfonds investieren den Großteil der Anlegergelder in Aktien. Das Portfolio von Dachfonds, auch als Funds of Funds bezeichnet, besteht hauptsächlich aus Anteilen von anderen Investmentfonds. Weitere Anlageklassen von Investmentfonds sind beispielsweise Rohstoffe.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, was mit den Jahreserträgen der Fondsgesellschaft geschieht. Die Überschüsse können, je nach Art des Investmentfonds, an die Anleger ausgezahlt oder reinvestiert werden. In diesem Fall spricht man von einem thesaurierenden Investmentfonds.

Eine grundlegende Entscheidung für die Wahl eines Investmentfonds ist, wie die Anteile erworben und veräußert werden können. Hier bestehen große Unterschiede zwischen einem offenen und einem geschlossenen Fonds.

Offene Investmentfonds

Zu den Vorteilen der offenen Investmentfonds zählt die Flexibilität der Geldanlage. Bereits mit kleinen monatlichen Sparbeträgen können Anteile von offenen Fonds erworben werden. Über die vermögenswirksamen Leistungen können Arbeitnehmer, staatlich finanziert, in dafür zugelassene Fonds einzahlen. Investmentfonds sind mittlerweile auch für die finanzielle Vorsorge im Rahmen der Riester-Rente interessant. Ein wichtiges Kriterium dabei ist, dass dem Anleger garantiert wird, aus dem Investmentfonds lebenslang eine Rente zu beziehen.

Wer kontinuierlich Geld in einen solchen Investmentfonds einzahlt, kann von dem Durchschnittskosteneffekt profitieren. Mit seinen monatlichen Einlagen erhält der Anleger Fondsanteile zu unterschiedlichen Kursen. Die Ursache dafür ist, dass die  Investmentfondsanteile Wertschwankungen unterliegen. Theoretisch erhält ein Erwerber der monatliche seine Anteile erwirbt, die günstiger, als ein Anleger der unregelmäßig bei unterschiedlichen Kursen mehrere Wertpapiere des Fonds kauft. Der Durchschnittskosteneffekt wird in der Finanzwelt auch als Cost-Average-Effekt bezeichnet.

Drei Möglichkeiten zum Erwerb von Fondsanteilen bieten sich dem Anleger. Die Anteile können direkt bei der ausgebenden Investmentgesellschaft gekauft werden. Der anfallende Ausgabeaufschlag, als Agio bezeichnet, schlägt sich jedoch negativ auf die Rendite nieder. Mittlerweile bieten so genannte Tradingfonds Anteile ohne Agio an. Leider ist die jährlich anfallende Verwaltungsgebühr bei diesen Fonds höher als bei solchen mit Ausgabeaufschlag. Ein wirkliches Sparpotenzial bietet sich bei dem Kauf von Investmentanteilen über die Bank. Oftmals ist dort ein reduzierter Ausgabeaufschlag möglich. Bei Fondsanteilen die an der Börse notiert sind, kann dort unmittelbar geordert werden. Dabei fällt eine Courtage für den Makler und die Ordergebühr an.  

Die Anteile eines offenen Fonds können je nach eigener Finanzlage problemlos erworben und verkauft werden. Bei börsennotierten Fonds ist es möglich, die Anteile an der Börse zu veräußern. Beim Verkauf von Anteilen eines Fonds, der nicht an der Börse platziert ist, gehen diese an die ausgebende Fondsgesellschaft zurück. Der anderweitige Direktverkauf von Investmentfondsanteilen an Privatpersonen ist meistens vertraglich untersagt.

Der vermeintliche Vorzug des Verkaufs der Anteile, beinhaltet einen erheblichen Nachteil der offenen Fonds. Es fallen Transaktionskosten an. Sie beeinträchtigen negativ die Rendite des Investments. Nach geltendem Recht, kann ein Anleger nicht erfahren, wie sich die Transaktionskosten detailliert zusammensetzen. Diese Untransparenz ist weniger geeignet, um Anleger zur Zeichnung von offenen Investmentfondsanteilen zu motivieren.

Ein weiterer Kostenfaktor sind die Depotgebühren der Hausbank für die Fondsanteile. Eine günstige und die Rendite schonende Alternative ist ein Anlagekonto bei der ausgebenden Fondsgesellschaft.

Ab dem 01.01.2009 entfällt das steuerliche Fondsprivileg. Die Erträge aus Investmentfonds unterliegen mit  25%  bzw. 28% der Abgeltungssteuer, unabhängig vom persönlichen Steuersatz. Bei thesaurierenden Fonds werden deren Wertpapierverkäufe nicht besteuert wovon auch der Anleger profitiert.

Typische Formen von offenen Investmentfonds

Aktienfonds

Das Anlagenportfolio dieser Fonds besteht nur, oder zum größten Teil, aus der Investmentklasse Aktien. Dabei investieren die Aktienfonds in Wertpapiere beispielsweise nach geographischen Gesichtspunkten oder nach Branchen.

Aktienfonds, deren Investments geographisch ausgerichtet sind, konzentrieren sich auf das Börsengeschehen einzelner Länder oder Regionen. Offensiv geführte Aktienfonds setzen auf die Investmentklasse von weltweiten Aktien und Wertpapieren von Schwellenländern. Im Gegensatz dazu richten sich Aktienfonds, deren Gelder in Wertpapieren von Firmen bestimmter Branchen (z.B. Biotech) investiert sind, an der zukünftigen positiven Entwicklung dieser Wirtschaftsbereiche aus.

Ein neues Segment auf dem Markt der Aktienfonds sind die Umwelt- und ethisch-/religiösen Fonds. Um der Anlegersensibilität hinsichtlich der Umwelt Rechnung zu tragen, legen jene Aktienfonds die anvertrauten Gelder hauptsächlich in Unternehmen der Umweltbranche an (z.B. Solarzellenhersteller).

Ethische Aktienfonds nehmen beispielsweise keine Wertpapiere von Rüstungsfirmen in ihr Portfolio auf.

Dachfonds

Sie werden auch als Funds of Funds bezeichnet. Anstatt in Aktien investieren die Dachfonds ihre Gelder in Fondsanteile von anderen Investmentgesellschaften. Dadurch wird eine breite Streuung des Portfolios erreicht und Risiken lassen sich diversifizieren. Kritisch ist jedoch, in wie weit Präferenzen für bestimmte Investmentfonds von Seiten des Dachfondsmanagements bestehen. Die Gebühren von Dachfonds sind durchschnittlich höher, als die von anderen Fonds.

Geldmarktfonds

Mit einem kurzfristigen Investmenthorizont arbeiten die Geldmarktfonds in der Asset-Class Liquidität. Platziert werden die Fondsgelder in sehr kurzfristigen Geldmarkttiteln. Dies sind hauptsächlich bereits abgezinste Schuldverschreibungen. Einen Großteil der Gelder investieren die Geldmarktfonds in liquide Wertpapiere. Darunter sind Termingelder, Anleihen und Schuldverschreibungen zu verstehen. Diese speziellen Fonds bieten Privatanlegern die Möglichkeit, indirekt auf dem Geldmarkt zu investieren. Nachteilig an diesen Investments sind das erhebliche Anlagerisiko und die hohen Verwaltungsgebühren. Aufgrund einer beträchtlichen Mindesteinlage kommt für die Mehrheit der Privatanleger ein Geldmarktfonds nicht in Betracht.

Offene Immobilienfonds

In der Investmentklasse “Immobilien” sind diese Fonds zu Hause. Der Investmenthorizont ist mittel- und langfristig ausgerichtet.

Offene Immobilienfonds investieren bevorzugt in gewerbliche Immobilien, wie Bürogebäude oder Einkaufszentren. Das Engagement von offenen Immobilienfonds bei Wohnimmobilien ist unbedeutend. Durch Vermietung und der Wertsteigerungen erzielen die Investmentfonds ihre Erträge. Entweder werden die Überschüsse nach Abzug von Tilgungsleistungen, Abschreibungen und Verwaltungsgebühren an die Anteilsinhaber ausgeschüttet, oder thesaurierend wieder in neue Liegenschaften investiert. Der Anteilsscheininhaber profitiert davon, da mit steigendem Immobilienbesitz des Fonds auch seine Anteile an Wert gewinnen.

Geschlossene Investmentfonds

Sie stehen im Gegensatz zu den offenen Fondsgesellschaften. Die Anteile für einen geschlossenen Investmentfonds können nur während eines Platzierungszeitraumes gezeichnet werden. Der Anleger wird mit dem Erwerb von Fondsanteilen ein Unternehmer, mit allen Rechten und Pflichten. Schwierig gestaltet sich die Rückgabe von Fondsanteilen, da es sich bei geschlossenen Investmentfonds um eine Anlage mit längerfristigem Investmenthorizont handelt. Der Verkauf eines solchen Anteils ist nur realisierbar, wenn ein Käufer dafür bereit steht. In den meisten Fällen ist eine direkte Rückgabe der Anteile an die ausgebende Investmentgesellschaft nicht vorgesehen. Oft ist eine Klausel vorgesehen, dass bei einem Verkauf von Fondsanteilen während der vereinbarten Laufzeit an Dritte das Fondsmanagement zustimmen muss.

Ursprünglich waren geschlossene Fonds als Verlustbringer zur Herabsetzung der eigenen Steuerlast konzipiert. Der Gesetzgeber reagierte auf diese Tendenzen und verschärfte die Vorschriften entsprechend drakonisch. So mindern Verluste aus Fonds, die keine Gewinnerzielungsabsichten zeigen, nicht mehr die eigene Steuerlast.

Ein großes Risiko bei geschlossenen Investmentfonds ist der Totalverlust. Nur ein geringer Teil dieser Fonds ist in einem solchen Fall entsprechend abgesichert. Kommt es zu Engpässen in der Liquidität, ist der Anleger verpflichtet Kapital nachzuschießen.

Vertreten werden diese Fonds durch den VGV Verband Geschlossene Fonds e.V. 

Geschlossene Immobilienfonds

Investitionsobjekte sind wie bei einem offenen Immobilienfonds gewerblich genutzte Liegenschaften. Der größte Unterschied liegt in Zeichnungsfrist des geschlossenen Immobilienfonds und der möglichen Anlegerhaftung für den Fonds. Der Investmenthorizont ist hier langfristiger Natur.

Schiffsfonds

Die geschlossenen Schiffsfonds investieren das Geld der Anleger in ein Seeschiff. Bevorzugte Schiffstypen sind Containerfrachter. Die Dauer des Investments kann bis zu 30 Jahren betragen. Der Anleger wird Kommanditist an der Fondsgesellschaft, welcher das Schiff gehört. Dazu wird er im Handelsregister eingetragen, oder an seiner Stelle ein Treuhänder. Als Kommanditist hat der Anleger keine Einflussmöglichkeit auf die Geschäftsführung. Ein Anspruch auf eine Einlagenverzinsung und Rückzahlung des investierten Geldes existiert nicht. Vor allem bei Schiffen ist die Gefahr des Totalverlustes gegeben.

Weitere Arten von geschlossenen Fonds sind Medienfonds, Flugzeugfonds und Private Equity Fonds.

Für Kleinanleger kommt aufgrund der hohen Einlagen und langen Laufzeiten eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds nicht in Betracht. Außerdem handelt es sich hierbei weniger um eine klassische Form der Geldanlage.  Im ungünstigsten Fall ist nicht nur das investierte Geld verloren.  Ein geschlossener Fonds ist ein langfristiges unternehmerisches Engagement mit großen Chancen aber auch entsprechenden Risiken. Wer dazu nicht die notwendigen finanziellen Möglichkeiten und das entsprechende Hintergrundwissen besitzt, orientiert sich besser an den Angeboten der Investmentgesellschaften von offenen Fonds.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Fondsarten sind auch auf den Seiten des BVI Bundesverband Investment und Asset Management zu finden.

Ein Kommentar

  1. AntwortenFree Trial (Website) schrieb am 16. July 2009 um 02:38 Uhr:

    Krass! Hätte ich garnicht gedacht…

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