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Immobilien

Wohngebäudeversicherung - Eigentum und Geldbeutel schützen

Christopher Cederskog am 24.11.08

Feuer, Wasser und Sturm/Hagel können ein Gebäude beschädigen oder komplett zerstören. Mit einer Wohngebäudeversicherung können Sie Ihr Eigentum nicht vor den Naturgewalten schützen - natürlich nicht. Aber Sie können sich und Ihre Familie vor den finanziellen Folgen solcher Katastrophen bewahren. Und mit diesem Artikel können Sie auch noch etwas für Ihren Geldbeutel tun. Denn bei gleichem Schutz gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Versicherungsangeboten. Wenn man weiß, worauf man achten muss.

Die Wohnung ist gekauft - das Traumhaus gebaut. Sie ziehen ein und freuen sich Ihres Lebens. Aber können Sie sich wirklich sicher fühlen? Denn immerhin werden mehrere Zehntausend Gebäude in Deutschland durch ein Feuer zerstört - pro Jahr! Oder durch einen Sturm oder Leitungswasser schwer beschädigt. Gegen die finanziellen Folgen dieser unvorhersehbaren Ereignisse können Sie sich schützen. Und das sollten Sie unbedingt tun - mit einer Wohngebäudeversicherung, die genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

Eine Wohngebäudeversicherung ist eine freiwillige Versicherung, die der Eigentümer eines Gebäudes abschließen kann, um sich vor den finanziellen Verlusten zu schützen, die durch so genannte Elementarschäden (Feuer, Wasser, Wind, Erde) entstehen. Da die Risiken je nach Bauart des Gebäudes, verwendeten Baumaterialien und Standort unterschiedlich sind, ist die Wohngebäudeversicherung in der Regel ein individuelles Paket aus unterschiedlichen Versicherungen, das genau auf die persönliche Situation eines Bauprojektes zugeschnitten ist.

Welche Schäden können versichert werden?

Eine Wohngebäudeversicherung deckt in der Regel die größten Gefahren ab, die Ihrem Haus in Ihrer Wohngegend drohen. Das sind Feuer, Wasser und Sturm/Hagel. Besonders wichtig ist der Schutz vor Feuer und Blitzschlag: Die Gefahr, dass ein Gebäude durch Feuer oder Blitzschlag erheblich geschädigt oder zerstört wird ist sehr hoch. Deshalb sollten eine Feuer- und Blitzversicherung in keiner Wohngebäudeversicherung fehlen. Mit einer Wohngebäudeversicherung sind Sie vor den gefährlichsten Schäden und den größten finanziellen Einbußen gefeit. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Lawinen, Überschwemmungen, Starkregen, Erdrutsche oder Schneedruck werden beispielsweise meistens nicht abgedeckt. Eine zusätzliche Elementarschaden-Versicherung ist dann notwendig.

Was ist alles versichert!

Die Wohngebäudeversicherung umfasst alle Bestandteile Ihres Hauses: Wände, Fenster, Dach, Treppen, Türen, Parkett, Einbauschränke, elektrische Anlagen, Heizung, Sanitäreinrichtung, Rohre, Terrasse, Zaun, Garage, Briefkasten, Klingelanlage - also alles, was mit Haus und Grundstück untrennbar verbunden ist. Alle beweglichen Teile sind nicht versichert. Hierfür brauchen Sie eine Hausratversicherung. Bildlich gesprochen: Alles was nicht rausfällt wenn man das Haus auf den Kopf stellen würde zählt zur Wohngebäudeversicherung.

Was wird im Schadensfall bezahlt?

Die Wohngebäudeversicherung übernimmt alle Kosten, die durch den Schaden entstanden sind. Bspw. Abbruch, Aufräumarbeiten und Neubau. Das heißt, mit einer Wohnungsgebäudeversicherung sorgen Sie dafür, dass das beschädigte oder zerstörte Gebäude wieder so aufgebaut werden kann, wie es vor dem Schadensfall war.

Was kostet eine Wohngebäudeversicherung?

Eine Wohngebäudeversicherung gehört zu den relativ teuren Versicherungen. Trotzdem sollte sie abgeschlossen werden, weil der Schaden meistens viel größer ist, als die Versicherungskosten. Außerdem zahlt die Versicherung - wenn Versicherungsschutz besteht - auch schon, wenn der Schadensfall direkt nach der ersten Ratenzahlung eintritt. Trotzdem lohnt sich ein Vergleich mehrere Versicherungsangebote. Denn der Unterschied kann mehrere Hundert Euro pro Jahr ausmachen. Was Sie für eine Wohngebäudeversicherung bezahlen müssen hängt davon ab, welchen Wert Ihr Haus hat und welchen Umfang die Versicherung haben soll. Man kann aber auch einzelne Gefahren heraus- oder dazunehmen. Um den Gebäudewert zu errechnen, kann die Versicherung zwei Wege gehen: Den gleitenden Neuwert oder das relativ neue Wohnflächenmodell.

Wie wird der Gebäudewert ermittelt?

Um den Wert eines Gebäudes zu ermitteln, stehen zwei Wege zur Verfügung. Der “Gleitende Neuwert” und das “Wohnflächenmodell”. Beim gleitenden Neuwert werden Versicherungsschutz und Beitrag automatisch an die Entwicklung der Baupreise angepasst. Mit anderen Worten: Steigen die Baupreise, steigen auch die Versicherungskosten. Im Schadensfall wird der Schaden dann allerdings voll ersetzt. Wenn Versicherungsschutz nach dem Wohnflächenmodell berechnet wird, stuft die Versicherung Ihr Haus nach Typ und Ausstattung ein und legt die Versicherungsprämie pro Quadratmeter Wohnfläche fest.

Wie kommt es zu unterschiedlichen Prämien?

Um Wert und Risiko einer Wohngebäudeversicherung einschätzen zu können, greift das Versicherungsunternehmen auf verschiedene Informationsquellen zurück. Daraus ergeben sich unterschiedliche Versicherungsbeiträge für unterschiedliche Hausarten und Regionen. Ein Holzhaus wird wegen der höheren Brandgefahr in der Feuerversicherung teurerer sein, als ein Steinhaus. Das Haus an der Nordsee gegen Hochwasser zu versichern, wird teurer werden, als dies in den Alpen der Fall wäre.

Wie finden Sie die richtige Wohngebäudeversicherung?

Um verschiedene Versicherungsangebote miteinander vergleichbar zu machen, müssen Sie zuerst einige Überlegungen anstellen. Zuerst einmal sollten Sie überlegen, gegen welche Gefahren Sie Ihr Haus schützen möchten - wobei der Schutz vor Feuer das Mindeste sein sollte. Da Feuer grundsätzlich das Potenzial hat, ein Haus komplett zu vernichten, sollten Sie auf jeden Fall eine Feuerversicherung abschließen. Alles andere sollten Sie grundsätzlich erwägen.

Welche Dokumente braucht das Versicherungsunternehmen?

Wenn Sie eine Wohngebäudeversicherung abschließen wollen, sollten Sie Dokumente bereithalten, mit denen das Versicherungsunternehmen Wert und Risiken Ihres Gebäudes abschätzen kann - hilfreich ist auf jeden Fall eine Baudokumentation. Darin enthalten sollten folgende Angaben enthalten sein:

  • Lage des Gebäudes: Anschrift, Entfernung zu Gewässern und Geländeform.
  • Gebäudetyp: Anzahl der Stockwerke, Keller, Gebäudehöhe und Wohnfläche
  • Bauart: Baustoffe, Konstruktion von Gebäude und Dach
  • Innenausbau: Baustoffe, Bauausführung
  • Haustechnische Installationen: Strom, Heizung, Sanitär, Wasser

Was ist beim Kauf eines Altbaus zu beachten?

Die Stiftung Warentest hat im März 2008 darauf hingewiesen, dass es eine gefährliche Versicherungslücke beim Immobilienkauf geben kann, wenn der Verkäufer die Beiträge für die Wohngebäudeversicherung nicht mehr bezahlt hat, sodass der Versicherungsschutz verloren geht. Der Versicherer muss den neuen Eigentümer nicht darauf hinweisen. Für den Versicherungsschutz ist der Eigentümer selbst verantwortlich. Es ist zwar so, dass die Gebäudeversicherung mit dem Grundbucheintrag auf den neuen Eigentümer übergeht. Allerdings nur, wenn der Versicherungsschutz noch nicht erloschen ist.

Wie kann man die Versicherungslücke vermeiden?

Man sollte also im Vorfeld mit dem Verkäufer sprechen, um zu klären, wann die nächste Rate der Gebäudeversicherung fällig wird. Empfehlenswert ist es, diese Rate selbst zu übernehmen. Im Vergleich zum Kaufpreis der Immobilie ist der Versicherungsbeitrag nur marginal zu nennen - bietet aber größtmögliche Sicherheit und größtmöglichen Schutz. Ist die Gebäudeversicherung aber ordnungsgemäß bezahlt, geht die Versicherung auf den Käufer über - und kann innerhalb eines Monats nach Grundbucheintrag gekündigt werden, falls Sie die Versicherung wechseln wollen. Zum Beispiel auch, wenn Ihnen ein besseres Angebot vorliegt.

Wie kann man einen Rohbau absichern?

Wenn Sie neu bauen, dann sollten Sie sich ab dem ersten Tag der Bauphase versichern. Denn auch in einem Rohbau steckt viel Geld. Es gibt Versicherer, die gewähren eine beitragsfreie Feuerrohbauversicherung, wenn man gleichzeitig eine langfristige Wohngebäudeversicherung unterschreibt. Besonders heikel wird die Lage natürlich, wenn Rohbau oder Haus zerstört werden, Sie das Haus finanziert haben und nicht versichert sind. Haben Sie dann nicht noch irgendwo Geld auf der hohen Kante liegen, dann stehen Sie vor dem Ruin, die auch keine Sicherheit für Ihren Kredit mehr bietet. Es lohnt sich übrigens nach Neubautarifen für die Wohngebäudeversicherung zu fragen. Denn da die Risiken beim Neubau in der Regel niedriger sind, als beim Altbau, liegen die Kosten bis zu 25 Prozent unter den Normaltarifen.

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