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Finanzen

Mehr Sicherheit für Ihre Konten

Christopher Cederskog am 26.05.09

Um Kunden bei einer Bankenpleite zu schützen, existieren in Deutschland zwei komplementäre Sicherungssysteme: Der gesetzliche Einlagensicherungsfond sowie die freiwillig errichteten Fonds. Um das Vertrauen der Kunden zu stärken, haben sich einige gesetzlichen Änderungen ergeben.

Der gesetzliche Einlagensicherungsfonds

Ab Anfang Juli werden die Einlagen für Privatanleger deutlich höher besichert als bislang. Bisher wurden im Entschädigungsfall 90% aller Einlagen - wie Sparbücher, Giro- und Tagesgeldkonten- bis zu einem Höchstsatz von 20.000€ von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken EdB erstattet.

Ein vom Bundestag verabschiedeter Entwurf sieht ab Juli eine Entschädigung von 100% der Ausfälle bis zu einem Höchstsatz von 50.000€, und ab 2011 sogar von 100.000€, vor. Des Weiteren sinkt die vom Gesetzgeber vorgegebene Frist zur Feststellung und Prüfung der Ansprüche von Kunden gegenüber der Bank, welche von der EdB vorgenommen wird, von 3 Monaten auf 30 Tage. Die hierfür notwendigen Mittel werden dabei von allen angeschlossen Instituten mit einer Umlage finanziert. Somit kann der Kunde hoffen, zukünftig bei Banken die der EdB angehören, schneller entschädigt zu werden, und umfangreicher durch den gesetzlichen Fond gesichert zu sein.

Weitere freiwilllige Einlagensicherungsfonds

Zusätzlich zu der gesetzlichen Einlagensicherung bestehen bei vielen Banken noch freiwillige Vereinbarungen zur Einlagensicherung. Diese greifen bei Ansprüchen, die nicht vollständig durch den gesetzlichen Einlagensicherungsfond abgedeckt werden. Für die Privatbanken in Deutschland ist hierbei der Einlagensicherungsfond des Bundesverbandes Deutscher Banken maßgeblich. Dieser sichert jedem Kunden eine Entschädigung in Höhe von 30% des Eigenkapitals der jeweiligen Bank zu, pro Kunde eine Einlagensicherung zwischen mehreren Millionen bis zu einigen Milliarden, bei den großen deutschen Banken. Über die Mitgliedschaft der einzelnen Banken und der aktuellen Höhe der Sicherungsgrenzen ist eine Abfrage möglich. Die Sicherungsfonds der Sparkassen und Genossenschaftsbanken sichern vollständig alle Ausfälle von Einlagen der Kunden ab. Die Fonds sollten somit vollständig alle Einlagen des Kunden absichern können.

Fazit

Sollten Sie also Zweifel über die Solvenz Ihrer Bank haben, ist eine Abfrage über die Sicherungshöhe empfehlenswert. So können Sie sich eventuell für eine Bank entscheiden, welche über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Sicherheiten bietet.
Bei Zweigniederlassungen von Banken, die in eine andere gesetzliche Einlagensicherung im EU-Ausland einzahlen gelten häufig andere Regelungen. Wie im Fall der Kaupthing Bank geschehen, kann sich dann eine Entschädigung sehr lange verzögern, und den Kunden auch von der Zahlungsfähigkeit eines Landes abhängig machen.

Mehr Informationen auch im Hintergrundartikel zum Thema Einlagensicherung.

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